Kombilösung

#21
#22
Ich denke aber eher, dass es sich auf die komplette Inbetriebnahme der Kombilösung bezieht. Das würde ja auch passen mit der Kriegsstraße, die ja Ende 2021 fertig werden soll.
 
#26
Bezüglich versprochenem Liniennetz bin ich noch auf etwas gestoßen: Bereits 2017 gab es auf dem OpenTrack-Anwendertreffen eine Präsentation der TTK über ihren Einsatz von OpenTrack zur Optimierung des Fahrplanes im Karlsruher Straßenbahnnetz, insbesondere nach Fertigstellung der Kombilösung.
Auf Seite 16 findet sich dabei auch ein kleiner Ausschnitt aus einem der weiterentwickelten "optimierten" (Ha!) Liniennetze. Dieses unterscheidet sich interessanterweise von beiden alternativen Liniennetzen, die mir persönlich bisher bekannt waren, und schließt aber auch die Haltestelle Mendelssohnplatz-West mit ein, von der in der neulichen Ausschreibung ja keine Spur zu sehen war. Das genaue Liniennetz an der Oberfläche scheint damit weiter offen, aber eine Gemeinsamkeit bleibt allen bekannten Varianten gemein - die Linie 4 fliegt aus dem Tunnel raus. Welches Liniennetz dann auch immer den weiteren Betrachtungen von TTK zu Grunde lag, in der Fahrzeitberechnung tauchen auch nur drei Ost-West-Linien auf.

Ebenfalls etwas beunruhigend wirkt die konkrete Fahrzeitsimulation für die S1/11 auf Folie 28.
Im 2007er-Fahrplan waren zwischen Augartenstraße und Mühlburger Tor 11 Minuten vorgesehen. Da die Haltestelle Mühlburger Tor noch rund 250 m nach Westen gewandert ist, sagen wir also 11,5 Minuten. In der alten Visualisierung mit dem vollen versprochenen Betriebsprogramm (interessanterweise auch mit OpenTrack produziert) benötigt die S1, soweit man das ablesen kann, ca. 8,5 Minuten (Abfahrt Augartenstraße bis Abfahrt = Verschwinden aus der Simulation Mühlburger Tor), was auch zur blauen Soll-Kurve für den Fahrplan 2020 in der Präsentation passt. Trotz reduziertem (!) Betriebsprogramm im Tunnel verplempert man jetzt vermutlich auf Grund irgendwelcher Konflikte am Gleisdreieck 1,5 min und benötigt so am Ende doch 10 min. Zudem spuckt die Fahrzeitrechnung auch noch eine Extra-Minute zwischen Hbf und Augartenstraße aus, sodass man am Ende zwischen Hauptbahnhof und Mühlburger Tor genauso schnell wie vorher unterwegs wäre!

Fairerweise muss man allerdings dazu anmerken, dass
1. Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, habe ich keine Ahnung, wie realistisch die Fahrzeiten vor Beginn der Bauarbeiten waren - Albtalbahnhof - Augartenstraße hat sich ja z.B. nichts groß geändert (auch die Fahrzeiten im Soll-Fahrplan 2020 sind die gleichen wie 2007), sodass die eine Minute extra in dem Abschnitt wohl auch bei einer Fahrzeitrechnung für den Vor-Baustellenzustand auftauchen würde.
2. Fehlt zu der einen Folie natürlich noch der Kontext - was steckt jetzt genau hinter dieser berechneten Fahrzeit und insbesondere dem großen Zeitverlust am Marktplatz, ist das schon der bestmöglichste Fahrplan und der ganze Aufwand war umsonst (zumindest für die S1 - die berechneten Fahrzeiten für die restlichen Linien sind ja leider zensiert, und zwar richtig gemacht) oder ist das nur die Ausgangsbetrachtung und man spielt jetzt noch weitere Optimierungen durch, die in der Präsentation für OpenTrack aber nicht mehr dargestellt sind (Auf der Abschlussfolie ist "Nr. 4 - New scenarios?" ja noch offen)?

Es bleibt also weiter spannend...
 
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#27
Es bleibt also weiter spannend...
Beziehungsweise: Es wird ja eine Studie von Prof. Dr. Ralf Borndörfer erwähnt, und eine kurze Suche führt dann tatsächlich zu diesem Ergebnis, sogar einschließlich Volltext. Der Artikel soll anscheinend auch in der nächsten Ausgabe (Januar/Februar) des Nahverkehrs erscheinen, sodass es
So langsam dürfte auch mal die neue, angepasste Liniennetzkonzeption erscheinen. Vor einigen Monaten hieß es auf Nachfrage, dass es bald soweit sei.
langsam wirklich Zeit dafür werden dürfte.
Im Artikel werden die verschiedenen neu berechneten Liniennetze anhand einiger Kennwerte untereinander und mit dem fortgeschriebenen Mitfall-Netz verglichen - interessant wäre ja noch ein Vergleich auf gleicher Basis mit dem originalen Liniennetz gewesen, um nochmals zu sehen, was das ganze denn im Vergleich überhaupt gebracht hat, aber das wollte man sich dann wohl doch nicht antun...

Das Liniennetz Variante "Qualität" scheint dann auch tatsächlich dasjenige zu sein, das auf dem Ausschnitt in der TTK-Präsentation zu sehen war. Und in Letzterer war es ja nicht so eindeutig zu erkennen, da genau dort der Bildausschnitt endete, aber Konzerthaus/Baumeisterstraße würde dann nach der Idee tatsächlich (mal) wieder ohne Linienverkehr bleiben - wobei da ja andererseits noch die GVFG-Bindefrist für das Stückchen der Südostbahn an der Philipp-Reis-Straße wäre. Die Kriegsstraße soll ja nach momentanem Plan Herbst 2021 fertig werden, die Südostbahn feiert dagegen erst ein Jahr später ihr Zehnjähriges. Weiß jemand, wie lang die Bindefrist für die Strecke tatsächlich ist?
Auch stellt sich dann wieder die Frage nach der Haltestelle Mendelssohnplatz-West... und politisch/durch Druck der Öffentlichkeit ergeben sich ggf. dann doch noch mal weitere Änderungen...

Damit wird übrigens auch endgültig offiziell, dass man dem ursprünglichen eigenen Leistungsfähigkeitsgutachten, das ja im Rahmen des Bürgerentscheides und auch in der Phase danach jeglichen Kritikern vor die Nase gehalten wurde, doch nicht mehr traut:
Diese enge Taktung ist aber nur fahrbar, wenn es zu keinerlei Störungen kommt. Für einen verlässlichen Betriebsablauf wäre daher eine Linie weniger im Tunnel wünschenswert.
 
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Mueck

aus Karlsruhe
#28
Ui ... Interessante Sachen haste da aufgegabelt ...
Das Liniennetz Variante "Qualität" scheint dann auch tatsächlich dasjenige zu sein, das auf dem Ausschnitt in der TTK-Präsentation zu sehen war.
Scheint so zu sein.
Und in Letzterer war es ja nicht so eindeutig zu erkennen, da genau dort der Bildausschnitt endete, aber Konzerthaus/Baumeisterstraße würde dann nach der Idee tatsächlich (mal) wieder ohne Linienverkehr bleiben -
Ja, dafür hat man bei einigen Ideen die Kapellenstr. reanimiert für den Linienbetrieb. Die 4 braucht dann Mendelssohnplatz-West nicht, für die andere könnte man M.-Nord erhalten ...
wobei da ja andererseits noch die GVFG-Bindefrist für das Stückchen der Südostbahn an der Philipp-Reis-Straße wäre. Die Kriegsstraße soll ja nach momentanem Herbst 2021 fertig werden, die Südostbahn feiert dagegen erst ein Jahr später ihr Zehnjähriges. Weiß jemand, wie lang die Bindefrist für die Strecke tatsächlich ist?
Tippe auf übliche 10 Jahre, dann ist's natürlich dumm, dass die Kriegsstr. aktuell so schön im Zeitplan liegt ... *flöt* ;-)
Damit wird übrigens auch endgültig offiziell, das man dem ursprünglichen eigenen Leistungsfähigkeitsgutachten, das ja im Rahmen des Bürgerentscheides und auch in der Phase danach jeglichen Kritikern vor die Nase gehalten wurde, doch nicht mehr traut:
In der Tat.
Und es wird doch so ziemlich alles eintreffen, was die Gegner orakelt haben ... Leider ...
 
#29
für die andere könnte man M.-Nord erhalten ...
Ist allerdings die gleiche Situation - nicht in der aktuellen Ausschreibung enthalten, dort ist nämlich nur der Rückbau der heutigen Haltestelle(nüberreste) dargestellt.

Tippe auf übliche 10 Jahre, dann ist's natürlich dumm, dass die Kriegsstr. aktuell so schön im Zeitplan liegt ... *flöt* ;-)
Ist halt die Frage, wie üblich die tatsächlich sind? Für den Haltestellenumbau an der Herrenstraße habe ich auch die zehn Jahre in Erinnerung, aber eine Suche spuckt auch Beispiele mit 25 Jahren oder 20 Jahren aus (allerdings aus anderen Bundesländern).

Ja, dafür hat man bei einigen Ideen die Kapellenstr. reanimiert für den Linienbetrieb.
Ja, die direktere Führung scheint in den Modellen attraktiver als eine zusätzliche Linie über den Kronenplatz. Und leider entfällt bei allen Varianten der 5-min-Takt auf der Karlstraße zwischen Hbf und Europaplatz.
 
#30
was würde wohl passieren wenn die Mathematiker ein Modell mit zuätzlichen oberirdischen Schienen zwischen Europa- und Kronenplatz berechnen dürften?

ich glaube, die weiteren OstWestverbindungen in Kriegsstr und Konzerthaus würden quasi wegoptimiert.
 

Marc

aus Knielingen
#31
Zitat von ka-news:

"Mit Inbetriebnahme des Tunnels wird das Karlsruher Bahn-Netz wahrscheinlich neu gestaltet. Möglich wäre beispielsweise, dass die Linie 2 vielleicht gar nicht von Wolfartsweier nach Knielingen-Nord fährt. "Der künftige Liniennetzplan ist noch nicht spruchreif", so Krauth weiter. Vielmehr werde derzeit die möglichen Optionen geprüft."

Quelle
 
#32
Vor einigen Wochen gab es bei ZDF zoom einen Bericht über Kostenexplosionen bei öffentlichen Bauvorhaben. Die Kombilösung wird dabei als Paradebeispiel ausführlich vorgestellt. Inhaltlich bietet der Bericht zwar keine überraschenden Neuigkeiten, bereitet das Thema aber doch ganz schön auf. Link zur Mediathek: zdf.de
 

Marc

aus Knielingen
#33
Habe mir gestern den Beitrag mal angeschaut. Das schlimme daran ist, dass es um teilweise wichtige Bauprojekte gehen. Gerade im Schieneninfrastrukturbereich. Man schaue sich nur die Zahlen der lieben Rheinbrücke an, die Leute sind immer mehr unterwegs und der Individualverkehr kommt irgendwann an seinen Grenzen an (vom ausgehenden Rohstoff Öl mal abgesehen). Jahrzehntelange Misswirtschaft gerade bei der DB führen dazu, dass sich jetzt die Baustellen häufen...
 

Mueck

aus Karlsruhe
#34
Was mir die Tage mal wieder einfiel, wo man doch gerade beim Endausbau der Haltestellen ist ...
Wann werden eigentlich die div. damals versprochenen Tief-Zugänge zu Karstadt, ECE, Postgalerie etc. gebaut?
Wartet man, bis die Haltestelle besenrein übergeben wurden, damit sich das wiederzudrecken richtig lohnt?:unsure:
Schon mitgebaut wurde doch m.W.n. bisher nix, oder?
 
#35
Beim ECE ist das eigentlich schon durch, da sollen auch dieses Jahr schon centerseitig die Bauarbeiten beginnen (während einer Sanierung der Media Markt Fläche). Beim Karstadt und der Postgalerie sind bisher nur Absichtserklärungen unterzeichnet worden und das Ganze wird KASIG-seitig schon vorbereitet. Nur müssen eben die Hauseigentümer auch nachlegen.
 
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