Knapp ein Jahr für ein Software Update ist auch ein Wort...
Das passiert, wenn die Verantwortlichen entweder null Ahnung von Software-Tests haben oder nichts getestet haben - nach dem Motto: auf den PowerPoint-Folien hat es funktioniert -
Hier mal ein Grundkurs in Software-Testing für die Amateure an der Spitze des KVV:
1. laufende Tests von Software-Schnitzeln beim Programmieren. Das nennt sich Unit-Tests.
2. Test des Zusammenspiels mehrere Software-Teile, selbstverständlich auf einer Test-Umgebung. Das sind Integrations-Tests.
3. Test des Gesamt-Systems auf einer Testumgebung
4. Ausrollen auf einen begrenzten, einigermaßen isolierten Teil der Geräte im laufenden Betrieb. In dem Fall z.B. nur Daxlanden oder nur Waldstadt. Dann kann man immer noch Fehler korrigieren.
5. Erst dann auf alle Geräte ausweiten.
Was der KVV gemacht hat erinnert mich an das Microsoft-Prinzip: Produkt reift beim Kunden.
D.h. die Fahrgäste des KVV hat man zu Beta-Testern gemacht.
Was tun? Ein Rollback! Zurück zum alten System.
Gab es und gibt es in der Microsoft-Welt: Von DOS 4.0 zurück zu DOS 3.3. wegen völliger Instabilität. Von Windows 11 zurück zu Windows 10 wegen erheblicher Sicherheitsprobleme (Abhörmodus).
Es geht noch schlimmer:
In der rumänischen Stadt Reschitza waren die ersten Trams derart schlecht, dass mal eine Bahn erst zwei Stationen später zum Stehen kam. Die erst 1989 eröffnete Strecke hatte sozialistische Qualität und wurde mehrfach stillgelegt, in den letzten Jahren aber Dank eines tüchtigen Bürgermeisters komplett neu gebaut.
In Frankfurt am Main wurden die ersten Niederflurbahnen direkt vom Reißbrett bestellt, also ungetestet. Die Bahnen quietschten in den Kurven und sind zu schwach gebaut, um gekoppelt zu werden.
Wenn Politiker und Visionäre ohne Fachkenntnisse sich austoben, wird es peinlich.