Fahrradfreundliche Nebenstraße

Der Radentscheid Frankfurt hat vor einigen Tagen einen Vorschlag zu den vereinbarten Fahrradfreundlichen Nebenstraße veröffentlicht. Sie nennen das Ergebnis Frankfurter Fahrradstraße. Weiter unten auf der Seite findet man eine größere Bröschure, mit einigen konkreten Detailausführungen wie man sich eine solche Straße vorstellt. Im Kapitel "Planungsgrundlagen & Instrumente" sind folgende Aussagen für mich besonders wichtig:
  • Das angesprebte Verhältnis der Straßenraumproportion 30% 40% 30%, um eine menschenfreundlichere Nebenstraße zu ermöglichen
  • Zwischen Parkständen/ Lade- und Lieferzonen und der Fahrbahn befindet sich immer ein 1 m breiter Sicherheitstrennstreifen, der durch eine Blockmarkierung dargestellt wird.
  • Die Fahrradstraßen werden, wann immer es die (Kfz-) Belastung der querenden Straße erlaubt, als Vorfahrtstraße geführt.
  • Durch Aufpflasterungen am Übergang von Hauptstraßen auf Nebenstraßen lässt sich der verkehrstechnische Wechsel für den MIV in ein Stadtviertel mit Fahrradstraßen bemerkbar machen.
Für das BYPAD Verfahren ist die Bröschüre wohl leider zu spät, aber sie hat mir zu denken gegeben. Welche Straßen in Karlsruhe sind Beispiel für solche wichtigen Nebenstraßen? Als Erstes ist mir die Sophienstraße eingefallen, die ja auch schon eine Fahrradstraße ist, aber noch stark von parkenden Autos dominiert wird. Dabei verbindet sie den Entenfang, den Gutenbergplatz, die Innenstadt/Karlstor und würde sehr von einer solchen Aufwertung profitieren.

Was meint ihr zu dem Vorschlag aus Frankfurt? Sollte man das in Karlsruhe auch probieren bzw. was steht dem im Weg? Und welche Straßen sind noch Kanidaten für eine solche Fahrradstraße?
 
In Karlsruhe haben wir fahrrad-UN-freundliche Radwege auf großen Kreuzungen. Wer von der Haltestelle "Durlacher Tor", also vom Berhardsplatz, Richtung Kronenplatz fährt, kreuzt die Gleise der Strecke zum/vom Hauptfriedhof in sehr spitzem Winkel. Da ist es nur eine Frage der Zeit, dass da jemand mit dem Rad in die Rillenschienen gerät und stürzt.
 

Mueck

aus Karlsruhe
Für das BYPAD Verfahren ist die Bröschüre wohl leider zu spät,
Versuch macht kluch ... Schick's denen doch einfach mal ...
Der Bypad-Prozess stockt ja derzeit eh wegen Corona ...

aber sie hat mir zu denken gegeben. Welche Straßen in Karlsruhe sind Beispiel für solche wichtigen Nebenstraßen? Als Erstes ist mir die Sophienstraße eingefallen, die ja auch schon eine Fahrradstraße ist, aber noch stark von parkenden Autos dominiert wird. Dabei verbindet sie den Entenfang, den Gutenbergplatz, die Innenstadt/Karlstor und würde sehr von einer solchen Aufwertung profitieren.
Bei der Sophienstr. ist eher der fahrende Autoverkehr das Problem.
Vorne zuckelt ein langsamer Radler, dahinter das Auto, das nicht überholen kann, und dahinter dann ich als potentiell nicht ganz so langsamer Radler ;-) Bei der Sophienstr. würde es schon helfen, wenn man durch Sperren analog zum Zirkel den Autoverkehr unterbricht und über Parallelstr. lenkt und der Radler auf der direkten Achse ungestörter wäre. Und Vorfahrt könnte man der Achse dann auch geben. Die Nebenfahrbahnen der Kaiserallee (könnte man auch mit nur "Anlieger frei" beschildern ...) könnten auch Vorfahrt vertragen ...
 

Mueck

aus Karlsruhe
In Karlsruhe haben wir fahrrad-UN-freundliche Radwege auf großen Kreuzungen. Wer von der Haltestelle "Durlacher Tor", also vom Berhardsplatz, Richtung Kronenplatz fährt, kreuzt die Gleise der Strecke zum/vom Hauptfriedhof in sehr spitzem Winkel. Da ist es nur eine Frage der Zeit, dass da jemand mit dem Rad in die Rillenschienen gerät und stürzt.
Die Planung des Durlacher Tor ist halt planfestgestellter Planungsstand Kombilösung aus beinahe dem letzten Jahrhundert ...

Überhaupt scheint es deutliche Unterschiede zu geben, wer den Planerhut auf hat.
Bei den Stadtplanern kommt meist brauchbares raus.
Planen dagegen die Straßenbahner Radverkehr ... *seufz*
Das betrifft bspw. die Querungsstellen, die einen schlechteren Standard haben, falls sie überhaupt vorgesehen sind. Mich beschelicht an einigen Stellen das Gefühl, dass man am liebsten die Radler aussperren würde, obwohl die Querungen wichtige Neben- oder gar Hauptrouten wären. Achtet mal darauf, an wie vielen Querungen nur Fußgängersymbole in den extra großen Ampeln über die Gleise sind! Die gelten deswegen übrigens gar nicht für Radler nach § 37. Dammerstock bspw. mit dem tödlichen Unfall kürzlich.

Und genau die Schienenquerungswinkel!
Darüber habe ich mich schon bei der allerersten Planung des Betriebshofes Gerwigstr. beschwert bzgl. der Führungen im Bereich Knoten Durlacher Allee/Tullastr., der in dem Zuge ja mit umgebaut werden sollte und Jahre später mit der Südostbahn dann auch wurde. Linksabbiegen Durlacher -> Tulla ist da eine Katastrophe ... Apropos Südostbahn, da hatte ich noch paar mehr Beschwerden bzgl. Winkel an der Querung "Alter Schlachthof" und Ph-Reis-Str. und der Baum steht auch selten blöde: Keine Sicht auf dem Radgegenverkehr und zu eng. Wenn sich da mal im ungünstigen Moment zwei Radler begegnen, während gerade eine Bahn vorbeifährt ...
Einen Bekannten gefällt die Geradeausfahrt Baumeister->Ph-Reis auch nicht wirklich, aber da radel ich zu selten.

Der nächste Klops wird die Gleisführung im Kreisel der Verlängerung Knielingen-Nord Sudetenstr./Siemensallee: Sauschleifende Schnitte auf der Ostseite bei Kreisfahrt. Da wird man wohl auch den einen oder anderen Radler aus den Schienen kratzen müssen ... Hatte da vorgeschlagen, den Kreisel leicht nach unten rechts zu verschieben und auch die Schienen in die andere Richtung, so dass vernünftige Winkel entstehen, aber stieß damit auf taube Ohren ...
 

ralf

aus Südstadt
In Karlsruhe haben wir fahrrad-UN-freundliche Radwege auf großen Kreuzungen. Wer von der Haltestelle "Durlacher Tor", also vom Berhardsplatz, Richtung Kronenplatz fährt, kreuzt die Gleise der Strecke zum/vom Hauptfriedhof in sehr spitzem Winkel. Da ist es nur eine Frage der Zeit, dass da jemand mit dem Rad in die Rillenschienen gerät und stürzt.
Ich weiß ja nicht, wie es anderen Menschen geht. Ich bin als Kind mal im Bereich Rappenwört mit dem Rad in die Gleise gekommen und gestürzt. Seitdem gebe ich acht, wie ich mit dem Fahrrad den Gleisen entlang fahre und es kam nie wieder zu einem Zwischenfall. Auch wie man mit Inlinern oder Longboard Gleise überquert habe ich schnell gelernt, wobei man gerade bei Letzterem häufig mehr Platz benötigt.

Mehr nervt mich die an einigen Stellen übl(ich)e Art der Karlsruher Radwegführung, einen Radweg direkt vor parkenden Autos enden zu lassen. Dies kann durchaus zu gefährlichen Situationen führen.
 

Mueck

aus Karlsruhe
Ich weiß ja nicht, wie es anderen Menschen geht. Ich bin als Kind mal im Bereich Rappenwört mit dem Rad in die Gleise gekommen und gestürzt. Seitdem gebe ich acht, wie ich mit dem Fahrrad den Gleisen entlang fahre und es kam nie wieder zu einem Zwischenfall.
Ob es mich mal als Kind mal hinlegte wegen Schienen, weiß ich nicht, aber Übung mit Schienen hatte ich jedenfalls schon bevor ich zum Studium nach KA kam. Früher war ich stolz, dort zwischen Bordstein und Schiene fahren zu können:

Heute frage ich mich, wie ich so verrückt sein könnte, jugendlicher Leichtsinn und so ... ;-)
... und ich nehme mir reichlich Platz.
Aber man sollte in einer Unistadt nicht davon ausgehen, dass jeder Übung im Umgang mit Schienen hat. Jährlich kommen Tausende Frischlinge nach, die noch nie eine Straßenbahn gesehen haben oder so ... ;-)

Apropos Radeln ... Ich sollte noch eine kleine Runde drehen ...
 
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