Durlach -Bretten 2-gleisiger Ausbau

Hallo,
ich war heute auf einer Veranstaltung der Grünen in Wössingen.
Gast war Verkehrsminister Winfried Hermann.
Dabei wurden Pläne über einen zweigleisigen Ausbau zwischen Durlach und Bretten erwähnt.
Kennt da jemand den Stand bzw. kann Quellen nennen?

Danke vorab

Marti
 
Offiziell sind im "Konzept für den Schienenpersonennahverkehr in der Region Karlsruhe" von AVG und Bundesbahndirektion Karlsruhe (ist also schon etwas länger her :)) - veröffentlicht im Februar 1993 - für die Strecke mehrere Abschnitte für den zweigleisigen Ausbau benannt. Außer dem realisierten Abschnitt zwischen Jöhlingen und Wössingen (damals "in Planung") ist die Rede von
  • Pfinzbrücke - Hummelberg
  • Wössingen - Dürrenbüchig
  • im Bereich Bretten Bf bis Gölshausen weitere zweigleisige Abschnitte.
Seitdem wabert die Idee durch die Gegend, im Verkehrsentwicklungsplan für den Landkreis ist eine mögliche Zweigleisigkeit zwischen Grötzingen und Bretten - ohne nähere Beschreibung - aufgenommen, nach momentan (noch?) offizieller Beschlusslage wird das aber derzeit nicht weiterverfolgt. Die aktuelle Fassung müsste sich im Internet irgendwo finden lassen, in der es m. W. heißt, dass die - ursprünglich nicht vorgesehene - Zweigleisigkeit "Grötzingen Bahnhof - Oberausstraße" vorerst reichen sollte.

Wegen dieser s...ehr mäßigen politischen Unterstützung auf Landkreisebene sind die jeweils zugrundeliegenden planerischen Überlegungen nie über die Vorplanung hinausgekommen.

Und es müsste schon ein großer Zufall sein, wenn man die alten Pläne einfach unverändert aus der Schublade holen könnte; dazu dürfte sich an allen möglichen Stellen des technischen Regelwerks zuviel geändert haben - und dass der Begegnungsabschnitt zwischen Grötzingen und Jöhlingen nach dem damaligen Betriebskonzept (Citybahn Heilbronn - Karlsruhe und Stadtbahn Eppingen - Karlsruhe mit Zugflügelung Innenstadt/Hauptbahnhof in Grötzingen) bei einem zukünftigen Betriebskonzept Stadtbahn / RE von der Lage immer noch passt, ist auch nicht selbstverständlich.
 
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Auf kraichgau.news gab es vor einiger Zeit ebenfalls einen Bericht über die Überlegungen. Noch nichts konkret, man befindet sich wohl in der Phase von Vorüberlegungen. Aber in Walzbachtal scheint man aufgewacht zu sein angesichts des Verlustes der 3. Verbindung pro Stunde in die Karlsruher Innenstadt.
Fest geplant ist wohl der zweigleisige Ausbau zwischen Leingarten West und Schwaigern, außerdem plant man schon seit einiger Zeit an einem zweigleisigen Ausbau zwischen Bretten und Bretten Stadtmitte, was - mit Blick auf den Fahrplan ab 2022 - wohl auch nötig ist, um die RE-Züge in das Fahrplangefüge sinnvoll einbetten zu können. Ansonsten sieht der geplante Fahrplan ab 2022 zwischen Grötzingen und Bretten dem Fahrplan von vor 1996 zum Verwechseln ähnlich, daher sind wohl auch die von bauigel genannten Ausbauten weiterhin aktuell, möchte man eine regelmäßige vierte Fahrt pro Stunde und Richtung über die Strecke bringen.
 
Wenn die planerisch eine Meisterleistung hinlegen wollen, sollten sie unbedingt in 2021 mit dem Ausbau beginnen, am Besten zeitgleich mit den Bauarbeiten Umgehung B293 in Jöhlingen und Berghausen...
 
Die aktuelle Fassung müsste sich im Internet irgendwo finden lassen, in der es m. W. heißt, dass die - ursprünglich nicht vorgesehene - Zweigleisigkeit "Grötzingen Bahnhof - Oberausstraße" vorerst reichen sollte.
Sehr intensiv habe ich auch nicht gesucht, aber auf den ersten Blick findet man bei einer Suche hauptsächlich nur den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Aber im
Kurzbericht „Umgesetzte Maßnahmen des Weißbuches von 1993“ von 2014 (?) findet sich ein ähnliches Bild:
Der heutige Betrieb zeigt ein zusätzliches Erfordernis für einen zweigleisigen Ausbau zwischen Schwaigern und Leingarten, während andere Abschnitte für einen Ausbau derzeit als nicht notwendig erachtet werden.

Fest geplant ist wohl der zweigleisige Ausbau zwischen Leingarten West und Schwaigern, außerdem plant man schon seit einiger Zeit an einem zweigleisigen Ausbau zwischen Bretten und Bretten Stadtmitte
Ersteres war aber schon vor dem neuen Fahrplankonzept ernsthaft in Arbeit, und inzwischen kursiert ja auch schon ein möglicher Termin für den Baubeginn (Ende 2020), aber von letzterem hat man eigentlich nicht mehr so viel gehört, oder?
 
Wenn die planerisch eine Meisterleistung hinlegen wollen, sollten sie unbedingt in 2021 mit dem Ausbau beginnen, am Besten zeitgleich mit den Bauarbeiten Umgehung B293 in Jöhlingen und Berghausen
An einen Baubeginn 2021 glaube ich auch bei der B293 noch nicht so ganz. Dafür haben die Pläne aus der Infoveranstaltung in Wössingen noch zu viele handwerkliche Schwachstellen (Entwässerung der neuen Talbrücke über genau den Strang der Ortskanalisation, der bereits in der Vergangenheit wegen Überlastung die Straße (derzeitige B293 innerorts) überflutet hat - natürlich ohne Regenrückhaltebecken; unvollständiges Leitungskataster im Baufeld, ...), wenn jemand nächste Woche nach Berghausen geht, darf er gerne von dort berichten ;). Aber immerhin hat man Vorsprung gegenüber der Schiene.

Während die Straße schon in der Genehmigungsplanung ist, fehlt bei der Bahn für einen vergleichbaren Stand:
  • eine klare Aufgabenstellung
  • eine abgeschlossene und von Bauherr und Geldgebern abgesegnete Entwurfsplanung und
  • Finanzierungszusagen für die entsprechenden Baukosten;
damit dürfte man gefühlt 1 bis 2 Jahre Rückstand gegenüber der Straße haben :(
 
damit dürfte man gefühlt 1 bis 2 Jahre Rückstand gegenüber der Straße haben :(
Und zu allem Überfluss ist die Straße dann auch noch äußerst dicht an die Bahnlinie geplant - auch wenn die Straßenplanung noch (zum Glück!) keine Ausführungsplanung ist und daher nicht auf den cm genau ist, gräbt der geplante Einschnitt teilweise z.B. die bestehenden Oberleitungsmasten doch deutlich an.

Weiß eigentlich jemand mehr, wie man sich in diesem Bereich den zweigleisigen Ausbau grob vorgestellt hat? An den Brücken (Pfinzbrücke) und Wirtschaftswegdurchlässen östlich und westlich von Hummelberg liegt das heutige Gleis eindeutig in der Trasse des Gleises Richtung Bretten, sodass ein zweites Gleis wohl eher nördlich liegen würde, dazwischen liegen aber (inzwischen? - wobei das "inzwischen" wohl auch im Maßstab von Jahrzehnten zu sehen ist, falls es nicht ohnehin schon immer so war) auch ein paar Wirtschaftswege ziemlich dicht nördlich der Trasse, und natürlich auch der Bahnsteig für den Hp Hummelberg selber. Das Häuschen unmittelbar westlich des Haltepunkts bildet auch einen Zwangspunkt, sodass ich dort das zweite Gleis eigentlich eher südlich sehen würde. Der Einschnitt unmittelbar östlich des Hp ist etwas ungünstig, aber den müsste man ggf. sowieso leicht erweitern (und für die Ortsumgehung will man den Teil südlich der Bahnlinie ja sowieso komplett abtragen).
Sprich, hat jemand eine bessere Vorstellung davon, inwieweit die aktuellen Pläne für die Ortsumgehung mit dem Ausbau der Kraichgaubahn so wie man ihn sich bisher vorgestellt hat kollidieren würden? Kann natürlich auch sein, dass man den Bestandsbahnsteig ohnehin in neuer Lage neu bauen wollte und das Gleis komplett nördlich dazulegen würde, womit das alles kein Problem wäre, aber so ganz sicher bin ich mir da nicht...
 
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Sprich, hat jemand eine bessere Vorstellung davon, inwieweit die aktuellen Pläne für die Ortsumgehung mit dem Ausbau der Kraichgaubahn so wie man ihn sich bisher vorgestellt hat kollidieren würden?
Ich hatte ursprünglich vor, mir - und auch den Veranstaltern - diese Frage in der Vorstellungsveranstaltung nächste Woche zur B293-Umgehung in Berghausen zu stellen (Montag, 18:00 Pfinztalhalle); "darf" jetzt aber leider auf Dienstreise... :(
Vielleicht findet sich ja jemand anderes dafür? :rolleyes:
 
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