quatsch! Es ist einem attraktiven ÖPNV nicht förderlich, wenn man Probleme verschweigt.
Es gibt für einen "attraktiven ÖPNV" meiner Meinung nach deutlich mehr Voraussetzungen wie das Deutschlandticket und einen dichten Fahrplan.
Ich war gestern mal wieder in der Schweiz mit Hauptschwerpunkt auf den Appenzeller Bahnen, die mit der "Durchmesser Linie" S21 Trogen - St. Gallen - Appenzell auch ein Zweisystem Netz mit einer Mischung aus Tram und Meterspureisenbahn mit einer Spannung von 600 Volt Gleichstrom im Innenstadtbereich von St. Gallen, der Rest mit 1500 Volt Gleichstrom. Dort werden seit einigen Jahren moderne Stadler Tango Fahrzeuge eingesetzt. Die Stadler Tango sind nur 2,40 m breit im Gegensatz zum NET 2012 mit 2,60m Breite und haben mit 8 Türen mehr wie doppelt so viele Türen wie der NET 2012 mit 3 Türen. Trotzdem hat der Stadler Tango auf 52 Meter Fahrzeuglänge mit 2 Führerständen 111 Sitzplätze der 2. Klasse, 12 Sitzplätze der 1. Klasse und 24 Klappsitze, der NET 2012 bringt es bei 37 Meter Fahrzeuglänge auf 84 Sitzplätze 2. Klasse und 25 Klappsitze. Beim Stadler Tango passen die Sitzplätze perfekt zum Fensterteiler und man hat sogar an jedem 4er Sitzplatzbereich mindestens 1 Haltewunsch Knopf und teilweise Gepäckablagen über den Sitzen, bei den NET 2012 sind die Sitzplätze irgendwie in verschiedenen Höhen über das Fahrzeug verteilt, was man mit dem Reisekoffer, gerade auf der S1/S11 machen soll ist völlig ungelöst weil Platz gibt es keinen dafür.
Die Klimaanlage im Stadler Tango hat es gestern Nachmittag locker geschafft den Innenraum auf unter 20 Grad zu kühlen bei deutlich über 30 Grad Außentemperatur, mir war das eher zu kühl, beim NET 2012 muss man schon froh sein, wenn die Klimaanlage es schafft 5-6 Grad unter Außentemperatur zu kühlen.
Ein paar Bildliche Eindrücker der Stadler Tango der Appenzeller Bahnen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadler_Tango#/media/Datei:AB_Tango_Klapptritt.jpg ,
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadler_Tango#/media/Datei:AB_Tango.png ,
https://upload.wikimedia.org/wikipe...002-Solitüde_St.Gallen_Bahnhofsplatz_2024.jpg ,
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadler_Tango#/media/Datei:AB_Tango_Hirschberg.jpg ,
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadler_Tango#/media/Datei:AB_Tango_Klasse_1.jpg ,
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/AB_Tango_Klasse_2.jpg .
Ich brauche keine 1. Klasse im NET 2012, aber eine Bestuhlung auf der man es auch länger wie 15 Minuten aushält und auf der man nicht das gefühl hat direkt auf der Kunststoffschale zu sitzen und Haltewunschknöpfe an den Sitzplätzen und teilweise Gepäckablagen über den Sitzen und eine ordentlich dimensionierte Klimaanlage machen für mich schon einen "attraktiven ÖPNV" aus.
Die S21 in St. Gallen bietet täglich einen 30 Minuten Takt, das reicht für mich völlig aus, da in der Schweiz die Anschlüsse einfach abgestimmt sind und funktionieren. In Trogen und Speicher ist das Postauto abgestimmt um die Orte anzubinden die keinen Schienenanschluss haben, in St. Gallen Bahnhof ist der Anschluss auf den Regionalbus/Postauto, den Fernverkehr und die anderen S-Bahn Linien abgestimmt und das von allen Richtungen und in alle Richtungen und das trotz nicht vorhandener Symmetrieminute.
Bei Youtube und in sozialen Online-Medien wimmelt es nur so von Kommentaren, die verkünden, man/frau wolle nie wieder mit der Bahn fahren, eben weil es da immer wieder Stress mit Personen gibt, denen es nichts ausmacht, ihren Mitmenschen die Bahnfahrt unangenehm zu machen.
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In den sozialen Medien und bei Youtube äußert sich quasi nie der Bevölkerungsdurchschnitt, sondern eher Leute die Meinung machen wollen oder sich profilieren wollen.
Gerade soleche Äußerungen "nie wieder Bahn fahren zu wollen" sind nicht wirklich ernst zu nehmen.
In der Schweiz gibt es eine deutlich größere Drogenszene und Obdachlosenszene wie in Deutschland und die ist auch deutlich sichtbarer, da stört sich niemand groß daran, wenn sich jemand auf der Straße offensichtlich eine Heroinspritze setzt oder einen Joint am Bahnsteig raucht.
Dafür ist der Repekt gegenüber der Privatsphäre anderer Fahrgäste deutlich höher, bei einem 4er Sitzplatz fragt fast jeder Fahrgast wenn nicht alle 4 Sitzplätze belegt sind ob die Plätze frei sind und man sich dazu setzen darf, es kommt auch niemand auf die Idee mit seinem Smartphone Telefonat den ganzen Wagen zu beschallen, oder über Kopfhörer trotzdem den halben Wagen mit seinem Musikprogramm zu beschallen.