Unterschriftensammlung für Güterzugtunnel in Karlsruhe

Am Samstag in einer Apotheke gesehen:
Eine Unterschriftenliste für einen neuen Tunnel für Güterzüge zwischen Rangierbahnhof und Bulach.
Die Begründung: Laut Bahn solle der Güterverkehr mit Fertigstellung der NBS Graben - KA um 80% zunehmen.
Dies würde die Lärmbelastung in Beiertheim, Bulach, Dammerstock und Weiherfeld massiv erhöhen.
Ein Tunnel sei die ideale Lösung.
Meine bescheidene Meinung:
1. Tunnel sind niemals ideal, da bei Entgleisungen schwer zugänglich. Das hat man zuletzt unterm Gotthard-Pass erlebt.
2. Der Traum von 80% mehr Güterverkehr ist ziemlich aus der Zeit gefallen. Dank hoher Energiepreise lohnt sich Produktion in Deutschland nicht mehr, was zu einem Rückgang der Menge der zu transportierenden Güter führt.
3. Kostet mindestens eine Milliarde. Wer bitte soll das finanzieren? Noch ein "Sondervermögen", für das jahrelang Zinsen zu zahlen sind?
4. Eine Region, die jahrzehntelang nicht in der Lage ist, eine Bahnquerung in Kleinsteinbach in Ordnung zu bringen, sollte von so einem Tunnel besser die Finger lassen.
5. Es werden zunehmend leisere Bremssysteme verbaut.
6. Mit der Einführung der automatischen Kupplung geht die Tendenz zu weniger, aber längeren Güterzügen.
7. Was ist mit Güterzügen, die durch den Hauptbahnhof fahren?
8. Anderswo im Rheintal sind Ausbauten für den Lärmschutz dingender, nämlich im Mittelrheintal. Dort könnte man durch Tunnel einige weinseelige Touristenfallen nördlich von Bingen umfahren und einige enge Kurven entschärfen, z.B. nordöstlich von Boppard.
9. Solange die NBS Frankfurt-Mannheim nicht in Bau ist, kann man Ausbauten weiter südlich eh vergessen.
 
Ein durchgehender Tunnel wird schon deswegen nicht gehen, weil von Norden eine nahezu reine GV-Strecke ankommt, die den Verkehr von dieser (und bspw. aus Richtung PF etc.) erst mal auf div. Mischverkehrsstrecken gen Süden verteilen und dafür auch mal Züge eine Weile parken können muss, bevor es weitergeht und den ganzen Güterbf tieferlegen? Wird nicht gehen ...

Haben die Spuren im Internet hinterlassen? Habe vor paar Tagen noch nicht wirklich was gefunden ...
 
Rangierbahnhof und Bulach grenzen doch quasi direkt aneinander? Wie soll man dazwischen einen Tunnel bauen wollen?
 
Rangierbahnhof und Bulach grenzen doch quasi direkt aneinander? Wie soll man dazwischen einen Tunnel bauen wollen?
Der eigentliche Rangierbahnhof liegt östlich der Wasserwerkbrücke. Westlich davon waren ein Ablaufberg und ein paar Gleise für ankommende/abfahrende Züge, die teilweise stillgelegt sind. Die Gleise liegen noch. Die Bahn hat vor Jahren direkt auf einem Gleis östlich der Weiherfeldbrücke ein Signal hingestellt, wohl um eine Reaktivierung zu verhindern. Vor einigen Monaten wurden Weichen entfernt. Von der Wasserwerkbrücke bis zum Friedhof Bulach sind es mehrere Kilometer.
Es ist schwach, dass die Initiatoren der Tunnel-Initiative mit keinem Wort die intensivste Lärmquelle der Gegend genannt haben, nämlich die Südtangente. Die könnte man zwischen dem vorhandenen Tunnel und der Brücke der Albtalbahn überdeckeln. Das wäre deutlich billiger als ein Eisenbahntunnel, schneller umzusetzen und hätte weit mehr Lärmreduktion zur Folge.
 
Die Bahn hat vor Jahren direkt auf einem Gleis östlich der Weiherfeldbrücke ein Signal hingestellt, wohl um eine Reaktivierung zu verhindern.
Als wenn man, würde man bspw. im Zuge von MA-KA hunderte Millionen in die Hand nähme für einen Ausbau, nicht auch 'n paar Euro drin für eine Signalrückverlegung ... Vmtl. wollte man genug Länge für 740 m zusammenkriegen ...
Die könnte man zwischen dem vorhandenen Tunnel und der Brücke der Albtalbahn überdeckeln.
Im Grün liegt neben der Rampe eig. ein Lärmschutzwall, verrät hoehendaten.de Reicht der nicht?
 
Es steht leider nicht dabei in welcher Apotheke, aber von dem Tunnelvorschlag habe ich zuerst in der Zeitschrift der BG Südstadt gelesen, ab Seite 8.
Blöderweise wird ein Tunnel auch vom Gemeinderat (+Stadtverwaltung) favorisiert, es wurde aber nur eine Empfehlung an die Bahn herausgegeben. Ich finde das Problem der Lautstärke persönlich überhaupt nicht schlimm (wohne in der Südstadt jedoch recht zentral, da merkt man auch nichts). Finde es aber bemerkenswert, dass von der BG Südstadt die Lärmbelastung für Beiertheim und Bulach sowie den südlichen Teil von Oberreut kritisiert wird, obwohl das ja eigenständige Stadtteile sind. Es wird dann zwar auch extra geschrieben, dass die Südstadt weniger betroffen ist, gleichzeitig wird dann aber die Kompensationsfläche bemängelt, durch die angeblich viele Bäume gefällt werden müssten. Weiß jemand zufällig mehr, was da geschehen wird? Ich dachte bisher eigentlich, dass bei Kompensation Bäume gepflanzt werden, statt gefällt?
 
Ohje, gähn, mal wieder eine Forderung nach einem Tunnel weil da die ganz bösen Güterzüge fahren, natürlich die Monster-Güterzüge...

Wenn es in Bulach oder Beiertheim zu laut ist, dann bitte den Straßenverkehr reduzieren, das hilft wesentlich mehr. Und stattdessen bitte selbst auch auf das Auto verzichten und mit dem Fahrrad oder zu Fuß gehen. Und natürlich nur noch Produkte aus regionaler Produktion kaufen, damit nicht so viele Güter transportiert werden müssen (das gilt natürlich nicht nur für Lebensmittel sondern auch für Bekleidung, Elektronik, usw.). Oder statt einer Unterschriftensammlung eine Spendensammlung zur Finanzierung eines Tunnels starten. Mal sehen, wie viele Cent dann zusammenkommen.

Sorry, das Ablästern musste sein. Mal im Ernst, der Abstand zwischen dem Weichenbereich unter der Wasserwerksbrücke und der Südtangentenunterfahrung ist einfach zu kurz, um dort eine Güterzug-taugliche Rampe (max. 0.9% Neigung) anzulegen, um die Güterzüge unter der Südtangente durchzubekommen. Und man kann ja auch Lärmschutzwände anlegen, das hilft auch. In Hagsfeld kann man sehr gut hören, wie gut die Koststoffbremssohlen plus Lärmschutzwände den Geräuschpegel des Schienenverkehrs reduziert haben. Wem es dann immernoch zu laut ist, der möge doch bitte in einen abgelegenen Winkel des Schwarzwaldes ziehen. Aber halt, da zwitschern ja die Vögel, rauschen die Blätter und gluckern die Bäche ;-)
 
Finde es aber bemerkenswert, dass von der BG Südstadt die Lärmbelastung für Beiertheim und Bulach sowie den südlichen Teil von Oberreut kritisiert wird, obwohl das ja eigenständige Stadtteile sind.
Das scheint eine leicht gekürzte Version eines auch in anderen Bürgerheften veröffentlichten Artikels der Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine zu sein.
 
Ähnliches auch auf Facebook:
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Die Planung der Deutschen Bahn für die Europäische Güterbahntrasse Rotterdam–Genua hat massive Auswirkungen auf unsere Stadtteile: Eine drastische Erhöhung der Zugfrequenz und längere Güterzüge werden zu einer erheblichen Mehrbelastung durch Lärm, Erschütterungen und deutlich längeren Schließzeiten des Bahnübergangs am Belchenplatz führen.
Aus diesem Grund setzt sich die neu gegründete Bürgerinitiative Lärmschutz Güterverkehr Weiherfeld-Dammerstock für einen konsequenten Lärmschutz und die Erhaltung der Lebensqualität in Weiherfeld und Dammerstock ein. Wir führen deshalb gerade eine Unterschriftensammlung im Stadtteil durch - helfen Sie uns dabei mit Ihrer Unterschrift!
Bei Fragen, Anregungen oder Mithilfe bitte PN oder Email an: bi.laermschutz.wd@gmail.com
Herzlichen Dank
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Das einzige berechtigte Argument dass ich sehe sind die Schließzeiten vom Bahnübergang da seit dem versetzen des Signals die Güterzüge wohl regelmäßig auf dem BÜ zum stehen kommen - oder zumindest so dass die Schranke nicht aufgeht.
Mit der Öffnung des Rastatter Tunnels wird hier tagsüber vermutlich der Güterzugverkehr zunehmen.

Bezüglich Güterzugtunnel Karlsruhe:
Da spekuliert man wohl dass die Güterbahn aus Richtung Mannheim vollständig im Tunnel unter Karlsruhe durchgeführt wird.
 
Das einzige berechtigte Argument dass ich sehe sind die Schließzeiten vom Bahnübergang da seit dem versetzen des Signals die Güterzüge wohl regelmäßig auf dem BÜ zum stehen kommen - oder zumindest so dass die Schranke nicht aufgeht.
Von wo nach wo hat man da was versetzt?
Wenn ich nur noch wüsste, wo ich zum Signalstandort was gefragt habe die letzten Wochen ...
... und als Antwort kam, dass es dort zwei Blöcke gäbe zwischen Abzweig Brunnenstück und der Einfahrt in den Güterbahnhof.
Zwischen Brunnenstück und BÜ passt m.E. locker ein 740-m-Zug. Soll zwischen BÜ und Güterbf auch ein 740-m-Zug passen, müsste die Lok bis kurz hinter die Deisamstr. fahren, Signal müsste kurz vor der Weiche stehen, passt das noch mit Durchrutschwegen etc.pp.? Falls ja: warum steht es da nicht? Jedenfalls ist das in der Tat blöd ...
 
Von wo nach wo hat man da was versetzt?
Wenn ich nur noch wüsste, wo ich zum Signalstandort was gefragt habe die letzten Wochen ...
... und als Antwort kam, dass es dort zwei Blöcke gäbe zwischen Abzweig Brunnenstück und der Einfahrt in den Güterbahnhof.
Zwischen Brunnenstück und BÜ passt m.E. locker ein 740-m-Zug. Soll zwischen BÜ und Güterbf auch ein 740-m-Zug passen, müsste die Lok bis kurz hinter die Deisamstr. fahren, Signal müsste kurz vor der Weiche stehen, passt das noch mit Durchrutschwegen etc.pp.? Falls ja: warum steht es da nicht? Jedenfalls ist das in der Tat blöd ...
Ja, hatte Deinen Post dazu gelesen.
Das Signal zwischen BÜ und Güterbahnhof wurde vor wenigen Jahren ein Stück Richtung Bü zurück versetzt, vermutlich wegen Durchrutschweg. Ob da auch Gleisbau (ändern der Position der Weiche) im Spiel war weiss ich nicht. Jedenfalls ist die Folge davon dass ein vor dem Signal haltender Güterzug den BÜ ggf. nicht freigibt und die Schranke dann zu bleibt bis der Zug wieder fährt.
DIe Lage der beiden Büs dort ist leider sehr ungünstig für eine eigentlich angebrachte Beseitigung.
 
Das scheint eine leicht gekürzte Version eines auch in anderen Bürgerheften veröffentlichten Artikels der Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine zu sein.
Hier der vollständige Artikel in der Anlage
Bürgerblatt 2/2026 Fächerblick Bahnprojekt Rotterdam - Genua,
Teilbereich Mannheim - Karlsruhe
Liebe Karlsruher Mitbürgerinnen und Mitbürger,
seit dem letzten Bericht vor nahezu zwei Jahren im Heft 4/2024 hat
die Deutsche Bahn (DB) die Planungen fortgeführt, im Rahmen der
Öffentlichkeitsbeteiligung im Dialogforum erörtert und im November
2025 eine Vorzugsvariante bekannt gegeben. Damit läuft der
Planungsprozess mit Öffentlichkeitsbeteiligung bereits seit über 5
Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine (AKB) ist
Mitglied im Dialogforum.

Weiter in der Anlage
 

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