nicht ganz fahrerlose Busse für Dammerstock

Der Zustieg erfolgt nach Buchung über eine App und ist an einer der virtuellen Haltestellen in Weiherfeld-Dammerstock möglich. Bis zu sechs Personen können in den Bussen theoretisch Platz finden und sich zwischen ihrem Wohnort und der S-Bahnhaltestelle Dammerstock von Ella, Vera und Anna chauffieren lassen. Betreiber der Busse werden die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) sein. Immer an Bord des Shuttles wird wie rechtlich vorgeschrieben eine Sicherheitsfahrerin oder ein Sicherheitsfahrer des Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sein, um in kritischen Situationen jederzeit das Steuer übernehmen zu können.
Da gibts gleich was zu meckern:
1. Wie viele Bewohner der Gegend, insbesondere der Senioren, sind willens und fähig, eine App zu installieren?
2. Die Smartphone-affinen im Dammerstock sind zu einem Großteil schneller an der S-Bahn-Haltestelle, als sie für die Buchung einer Fahrt in der rollenden Sardinenbüchse brauchen würden.
3. Maximal 6 Fahrgäste pro Fahrer dürfte nicht besonders wirtschaftlich sein. Mit Covid-Abstand passt wohl nur eine Person in die Karre.
4. Die meisten Fahrgäste im dort verkehrenden Bus wollen zum Albtalbahnhof, der zwar keine Sehenswürdigkeit ist, aber viele Anschlüsse hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
zu 4. bei der erlaubten Geschwindigkeit wirst du bis zum Albtalbahnhof von mindestens einem der erwähnten Busse überholt...

zu 1. das ist eine der Fragen des Tests im Frühjahr.

grundsätzlich gilt für die meisten fitten Jungen: Nebenherlaufen ist schneller ;)
 

ralf

aus Südstadt

Da gibts gleich was zu meckern:
1. Wie viele Bewohner der Gegend, insbesondere der Senioren, sind willens und fähig, eine App zu installieren?
2. Die Smartphone-affinen im Dammerstock sind zu einem Großteil schneller an der S-Bahn-Haltestelle, als sie für die Buchung einer Fahrt in der rollenden Sardinenbüchse brauchen würden.
3. Maximal 6 Fahrgäste pro Fahrer dürfte nicht besonders wirtschaftlich sein. Mit Covid-Abstand passt wohl nur eine Person in die Karre.
4. Die meisten Fahrgäste im dort verkehrenden Bus wollen zum Albtalbahnhof, der zwar keine Sehenswürdigkeit ist, aber viele Anschlüsse hat.
Auch für Senioren spielen Smartphones eine immer wichtigere Rolle. Zudem nimmt die Technikaffinität unter Senioren ständig zu, denn Jemand, der heute 65 wird hatte in seinem bisherigen Leben in der Regel deutlich mehr mit Technik zu tun, als Jemand, der vor 30 Jahren 65 geworden ist. Wichtig ist es, die Apps verständlich zu gestalten. An diesem Punkt scheitern auch viele Senioren, teils gar jüngere Leute, an den Fahrkartenautomaten. Ich weiß gar nicht, wie Vielen ich schon beim Kauf ihrer Karte helfen musste. Allgemein sind auch nicht alle Jüngeren Sportlich. Es gibt Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, Verletzte und einfach Unsportliche.


Einfach mal abwarten, was das Projekt bringt. Als sportlicher Mensch überlege ich mir manchmal, ob es von der Südstadt aus Sinn macht, zur Straßenbahnhaltestelle zu laufen und dort auf eine Straßenbahn zum Hbf zu warten. Zu Fuß bin ich mit ein wenig Beeilung nämlich auch in 15 Minuten am Hbf. In die Innenstadt laufe ich ohnehin, wenn ich nicht aufs Rad oder ein Rollbrett steige. Dennoch will ich die Straßenbahnanbindung der Südstadt nicht in Frage stellen.
 
vergleichbares Projekt in Gera
Dort fährt das Büssle nicht nach App, sondern nach Fahrplan dorthin, wo keine fetten Busse hinfahren.
Höchstgeschwindigkeit: 30km/h. In KA ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Weiherfeldbrücke höher.
Will man deshalb in KA nicht zum Albtalbahnhof, sondern zum weniger interessanten Dammerstock fahren?
 
vergleichbares Projekt in Gera
Höchstgeschwindigkeit: 30km/h. In KA ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Weiherfeldbrücke höher.
Will man deshalb in KA nicht zum Albtalbahnhof, sondern zum weniger interessanten Dammerstock fahren?
Zulässige Höchstgeschwindigkeit des Minibus in Gera ist 15 km/h.
Die Strassen, in denen der Minibus fährt, wurden auf Tempo 30 limitiert, damit die Geschwindigkeitsdifferenz nicht zu groß ist.
Der Bus fährt nach festem Fahrplan: 30-Minuten-Takt von 08:20 bis 17:30.
Fahrzeit planmäßig 18 Minuten für (laut Zeitungsmeldungen) 1500 Meter. Macht einen Schnitt von 5 km/h.
 
Die Schweiz ist Deutschland, wie meist, wenn es um ÖPNV geht, ein paar Jahre voraus. In Sitten im Wallis haben zwei kleine Postautos seit 2016 ihre 3,3km langen Runden mit 20 km/h gedreht: https://www.ingenieur.de/technik/fa...-schweiz-fahren-erstmals-elektrobusse-fahrer/
Allerdings wurde der Betrieb wegen Covid-19 eingestellt: https://www.postauto.ch/de/projekt-smartshuttle
Der Dienst wird aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation ausgesetzt.
Die Mitfahrt ist kostenlos. Das Herunterladen einer App wird empfohlen.
Die Sache wurde auch im Heise-Forum heiß diskutiert: https://www.heise.de/newsticker/mel...usse-fahren-auf-Sittens-Strassen-3247865.html
 
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