Busfahrer verfahren sich und queren Kreuzungen bei Rot.

Der 47er Richtung Bergdörfer fuhr heute südlich vom Hauptbahnhof nicht auf die Südtangente, sondern Richtung Ettlingen. Der Fahrer raffte es gerade noch und setzte etwa 20 Meter zurück. Etwas mutig, so eine Aktion.
Ich habe es diesen Monat mehrfach erlebt, dass Busfahrer bei "Dunkelgelb" über die Kreuzung gerauscht sind.
Böse Zungen würden spekulieren, dass da Radfahrer zu Busfahrern umgeschult worden sind.
 
In meiner Schulzeit in meiner Heimat hab ich es früher regelmäßig erlebt, dass die Busfahrer eines Schnellbusses (der eigentlich geradeaus auf die Schnellstraße fahren sollte) aus Gewohnheit rechts abgebogen ist, um wie die reguläre Linie (lustigerweise auch die 47) durch den Ort durchzufahren.
Manche haben noch gerade vorher eine Vollbremsung machen können, andere mussten auch ein Stück zurücksetzen, wieder andere haben es erst viel zu spät gemerkt und sind dann entweder den normalen Weg weitergefahren ohne zu halten, oder sind zu einer anderen Auffahrt der Schnellstraße gefahren.

Wäre hier für die 47 auch kein Drama riesiges gewesen, einfach weiter geradeaus durch Rüppurr zu fahren und dann via A5 zum Zündhütle.
Wäre auf jeden Fall sicherer gewesen als voll in die Eisen zu gehen und dann noch rückwärts zu fahren.
 
Warum immer dieses Bashing gegen Radfahrer? Über rote Ampeln fahren, können Autofahrer mindestens genauso gut.
Aber ja, mir als Radfahrer fällt das leider auch oft genug auf, dass sich selbige wenig drum scheren, was die Ampel zeigt.
Ich würde behaupten, dass Radfahrer insbesondere in Karlsruhe sich um eine rote Ampel am wenigsten von allen Verkehrsteilnehmern scherren. Das sind die rücksichtslosesten und unberechenbarsten Verkehrsteilnehmer. Ob da Fußgänger gerade über einen Zebrastreifen wollen? Egal! Da wird irgendwie darum vorbeigekurvt, hauptsache nicht anhalten! Da zeigt die Ampel rot und da stehen so doofe drei Autos an der Haltelinie und warten? Zieht man mit geringsten Abstand dran vorbei und ab geht die Post! Da wird gerade eine Ampel für eine Fußgängerüberquerung rot? Schnell von der Straße auf den Gehweg wechseln, an den dort gerade loslaufenden Leuten vorbei mit geringsten Abstand und wieder auf die Straße wechseln. All diese Beispiele in den letzten Tagen wieder live miterlebt. Alle Fahrräder mit Kennzeichen ausstatten, Verkehrskontrollen stärken und endlich dafür sorgen, dass sich diese Rücksichtslosigkeit und dieses mehr als asoziale Verhalten endlich in den Griff kriegen lässt.
 
Ich würde behaupten, dass Radfahrer insbesondere in Karlsruhe sich um eine rote Ampel am wenigsten von allen Verkehrsteilnehmern scherren. Das sind die rücksichtslosesten und unberechenbarsten Verkehrsteilnehmer. Ob da Fußgänger gerade über einen Zebrastreifen wollen? Egal! Da wird irgendwie darum vorbeigekurvt, hauptsache nicht anhalten! Da zeigt die Ampel rot und da stehen so doofe drei Autos an der Haltelinie und warten? Zieht man mit geringsten Abstand dran vorbei und ab geht die Post! Da wird gerade eine Ampel für eine Fußgängerüberquerung rot? Schnell von der Straße auf den Gehweg wechseln, an den dort gerade loslaufenden Leuten vorbei mit geringsten Abstand und wieder auf die Straße wechseln. All diese Beispiele in den letzten Tagen wieder live miterlebt. Alle Fahrräder mit Kennzeichen ausstatten, Verkehrskontrollen stärken und endlich dafür sorgen, dass sich diese Rücksichtslosigkeit und dieses mehr als asoziale Verhalten endlich in den Griff kriegen lässt.
Und wozu soll die Kennzeichenpflicht dienen?
Autos haben auch Kennzeichen, trotzdem scheinen die meisten Autofahrer die StVO nur als Empfehlung zu sehen.

Tempolimit und Überholabstand? Man muss doch nicht päpstlicher sein als der Papst.

Radwege, Halteverbote? Aber ich muss doch nur mal kurz…

Gehwege? Dort hat die Stadt sogar komplett vor den Autofahrern kapituliert und in zahlreichen Straßen das Gehwegparken nun offiziell legalisiert, nachdem es jahrzehntelang illegalerweise einfach gemacht wurde.


Man darf auch nicht vergessen: Radfahrer gefährden praktisch nur ihr eigenes Leben, Autofahrer hingegen gefährden (innerorts) ausschließlich die Leben von anderen Verkehrsteilnehmern.
 
Und wozu soll die Kennzeichenpflicht dienen?
Autos haben auch Kennzeichen, trotzdem scheinen die meisten Autofahrer die StVO nur als Empfehlung zu sehen.
Ein sichtbares Kennzeichen nimmt diesen Anonymitätsbonus und schafft genau den Entdeckungsdruck, der nötig ist, damit die StVO auf allen Verkehrsmitteln respektiert wird.
Tempolimit und Überholabstand? Man muss doch nicht päpstlicher sein als der Papst.

Radwege, Halteverbote? Aber ich muss doch nur mal kurz…

Gehwege? Dort hat die Stadt sogar komplett vor den Autofahrern kapituliert und in zahlreichen Straßen das Gehwegparken nun offiziell legalisiert, nachdem es jahrzehntelang illegalerweise einfach gemacht wurde.
Wer fordert, dass Autofahrer die StVO respektieren, muss denselben Maßstab an alle legen. Unrecht hebt sich nicht gegenseitig auf, und Anonymität schützt im Zweifel immer den Verursacher, nie das Opfer.
Man darf auch nicht vergessen: Radfahrer gefährden praktisch nur ihr eigenes Leben, Autofahrer hingegen gefährden (innerorts) ausschließlich die Leben von anderen Verkehrsteilnehmern.
Das Argument ist schlichtweg falsch: Kein Verkehrsteilnehmer agiert im luftleeren Raum. Wer die Vorfahrt missachtet oder über Rot fährt, gefährdet keineswegs nur sich selbst. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen sind Radfahrer die Stärkeren – ein Zusammenstoß mit einem schweren E-Bike endet für Kinder oder Senioren oft im Krankenhaus.
Zudem provozieren unachtsame Radfahrer gefährliche Kettenreaktionen. Wenn Autos oder Busse ausweichen müssen, führt das zu stürzenden Fahrgästen oder Frontalcrashs. Völlig ausgeblendet wird dabei die psychische Last für die Gegenseite: Ein Straßenbahn- oder Autofahrer, der einen Radler überfährt, trägt oft ein lebenslanges Trauma davon. Dass solche Unfälle regelmäßig ganze ÖPNV-Linien lahmlegen und Rettungskräfte binden, kommt noch dazu. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, trägt immer auch Verantwortung für das Leben und die Psyche anderer.
 
Ein sichtbares Kennzeichen nimmt diesen Anonymitätsbonus und schafft genau den Entdeckungsdruck, der nötig ist, damit die StVO auf allen Verkehrsmitteln respektiert wird.
Wie gut das funktioniert sieht man bei Falschparkern. Oder E-Scootern.

Und wenn man in die polizeiliche Unfallstatistik schaut: Ja über 50% der Unfälle mit Radbeteiligung werden von einem Radfahrer verursacht.
Aber die gleiche Statistik zeigt auch: Über 80% der Unfälle mit Autobeteiligung werden auch von einem Autofahrer verursacht. Und bei Unfällen zwischen Autos und Radfahrern/Fußgängern ist der Autofahrer zu jeweils etwa 75% der Verursacher.
 
Ein sichtbares Kennzeichen nimmt diesen Anonymitätsbonus und schafft genau den Entdeckungsdruck, der nötig ist, damit die StVO auf allen Verkehrsmitteln respektiert wird.
Wie mkossmann bereits geschrieben hat: Bei Autos und E-Scootern hat das Kennzeichen keinen Einfluss aufs Verhalten. Wieso sollte es bei Radfahrern anders sein?
Wer fordert, dass Autofahrer die StVO respektieren, muss denselben Maßstab an alle legen. Unrecht hebt sich nicht gegenseitig auf, und Anonymität schützt im Zweifel immer den Verursacher, nie das Opfer.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich es gut finde, dass Radfahrer gegen Verkehrsregeln verstoßen und die schlimmsten Verkehrsteilnehmer seien (wie NET2012 behauptet hat), sondern wollte darlegen, dass Autofahrer dasselbe auch können.
Das Argument ist schlichtweg falsch: Kein Verkehrsteilnehmer agiert im luftleeren Raum. Wer die Vorfahrt missachtet oder über Rot fährt, gefährdet keineswegs nur sich selbst. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen sind Radfahrer die Stärkeren – ein Zusammenstoß mit einem schweren E-Bike endet für Kinder oder Senioren oft im Krankenhaus.
Zudem provozieren unachtsame Radfahrer gefährliche Kettenreaktionen. Wenn Autos oder Busse ausweichen müssen, führt das zu stürzenden Fahrgästen oder Frontalcrashs. Völlig ausgeblendet wird dabei die psychische Last für die Gegenseite: Ein Straßenbahn- oder Autofahrer, der einen Radler überfährt, trägt oft ein lebenslanges Trauma davon. Dass solche Unfälle regelmäßig ganze ÖPNV-Linien lahmlegen und Rettungskräfte binden, kommt noch dazu. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, trägt immer auch Verantwortung für das Leben und die Psyche anderer.
Alles richtig, aber bei Radfahrern muss man teilweise schon um die Ecke denken, um zu überlegen, welche Folgen ein Unfall für Unbeteiligte hat.
Bei Autos hingegen ist es ziemlich eindeutig.
Wenn ein über Rot fahrender Radfahrer einen Fußgänger mitnimmt, gibt es meist nur einen blauen Fleck. Wenn hingegen ein Autofahrer einen Fußgänger mitnimmt, kann der Fußgänger froh sein, wenn er das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen kann.
Und die meisten Unfälle, die den ÖPNV behindern, werden wohl immer noch eindeutig von Autofahrern verursacht, die es hinbekommen, eine Straßenbahn zu „übersehen“.

Und wenn man in die polizeiliche Unfallstatistik schaut: Ja über 50% der Unfälle mit Radbeteiligung werden von einem Radfahrer verursacht.
Rund die Hälfte davon sind allerdings Alleinunfälle, also Unfälle die primär dadurch entstehen, dass unsere Straßen komplett fürs Auto ausgelegt sind und Radfahrer mal hierhin, mal dorthin geschoben werden.
 
Kleiner Kommentar zu den (Leih-)Scootern: Da muss man schon seit Jahren bei der Rückgabe der Scooter ein Bild des abgestellten Scooters machen.

Und ja, ich habe da auch schon einmal eine bitterböse Mail bekommen, ich möge doch den Scooter nicht in Einfahrten abstellen (weil derjenige, der das ausgewertet hat, die mit fixen Steinpollern versehene Stelle als Einfahrt gewertet hat).

Und als Radfahrer bin ich auch schon mehr als einmal auf dem Radweg fast auf einer Motorhaube gelegen.

Müssen wir uns alle vielleicht an die Nase fassen und einsehen, dass kein Verkehrsmittel 100% unschuldig ist.
 
Zurück
Oben