Busverkehr Landkreis Calw

enztaeler

aus dem Enzkreis & Karlsruhe
Volz Reisen schreibt auf seiner Website, dass nach 98 Jahren der Betrieb zum 1. August 2026 eingestellt werde. Grund sei u.a. die Übernahme des Liniengeschäfts durch die Hermann-Hesse-Bahn. Auch sei es die unternehmerische Freiheit, die durch den zunehmenden Einfluss der öffentlichen Hand erheblich eingeschränkt werde. In Nachrichten Österreich wird hierzu weiter ausgeführt, dass strenge Vorschriften wie Reinigungsanforderungen und Vertragsstrafen das Unternehmen belasten. Ob das für Volz spricht?

Betrieben werden zurzeit folgende Linien:
661 Schulverkehr Althengstett - Ottenbronn​
662 Schulverkehr Weil der Stadt - Bad Liebenzell - Althengstett​
663 Schulverkehr Gechingen - Althengstett​
664 Schulverkehr Gechingen - Stammheim - Althengstett​
670 Calw - Heumaden - Weil der Stadt​
690 Mercedes Berufsverkehr Hirsau - Calw - Mercedes​
880 Bad Liebenzell - Weil der Stadt​
Teil der Ausschreibung "Linienbündel Nordost" sind folgende Linien:
662 Schulverkehr Weil der Stadt - Bad Liebenzell - Althengstett​
668 Holzbronn - Calw - Hirsau (bisher Däuble)​
670 Calw - Heumaden - Weil der Stadt​
671 Calw - Ottenbronn - Weil der Stadt (neue Linie)​
672 Althengstett - Gechingen Stammheim (neue Linie)​
880 Bad Liebenzell - Weil der Stadt​
Ausgeschrieben werden die Linien als Verhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb. Angesichts der kritischen Zeitspanne bis 1. August verständlich; warum die Konzessionen dann aber für jede Linie einzeln vergeben werden, und dazu noch über eine Laufzeit von 9 Jahren, ergibt sich mir nicht. Werden bei solchen "Notvergaben" nicht i.d.R. kürzere Zeiträume angewandt?
Ich habe versucht, einen Überblick über die Ausschreibungsfährpläne zu gewinnen:
  • 662 (Ausschreibung) reduzierung ggü. Volz 662 um 2 Fahrtenpaare
  • 668 (Ausschreibung) integriert die 668 von Fa. Däuble (bisher nur Schulfahrten) mit deutlich ausgebautem, durchgehendem Angebot
  • 670 (Ausschreibung) Stündlich WdS - Calw mit einzelnen Schulfahrten. Volz 670 bisher Stündlich, tlw. verstärkt auf ca. einen 30-Minuten-Takt. Teilweise doppeln sich aktuell im Bestandsfahrplan die Fahrten der RVS 670 mit der Volz 670, insbesondere bei Schulfahrten, aber ich blicke da noch nicht durch.
  • 671 (Ausschreibung) integriert die beiden Fahrten der 661 Althengstett SZ - Ottenbronn und verkehrt vertaktet mit der 670 in einem recht stabilen 30-Minuten-Takt zwischen Calw und WdS mit je unterschiedlichen Fahrwegen.
  • 672 (Ausschreibung) integriert die Rückfahrten der 663 Althengsstett - Gechingen sowie die meisten Fahrten der 664.
  • 880 (Ausschreibung) wird um einige S-Kurse reduziert und stabilisiert. Abfahrt in WdS MF und Sa um '33, So um '29 mit sehr auskömmlichen Umstiegen zur S6. (Mo-Sa 4 Minuten zur S6, So 18 Minuten.) Außerdem fallen die "bezahlten Betriebsfahrten" zwischen den Haltestellen "Hirsau Betriebshof Volz" und "Bad Liebenzell Mineralbrunnen" weg.
 
In Nachrichten Österreich wird hierzu weiter ausgeführt, dass strenge Vorschriften wie Reinigungsanforderungen und Vertragsstrafen das Unternehmen belasten. Ob das für Volz spricht?
Dass sie Probleme mit Pönalen zu haben scheinen, überrascht mich tatsächlich ein wenig… ich war zwar nur selten in deren Bussen unterwegs, aber wenn ich es war, habe ich sie eigentlich eher als zuverlässig und gepflegt wahrgenommen (aber es kann einen die Wahrnehmung natürlich auch täuschen).
Auch sei es die unternehmerische Freiheit, die durch den zunehmenden Einfluss der öffentlichen Hand erheblich eingeschränkt werde.
Das hier finde ich ganz spannend, weil das ja schon einige Unternehmen betrifft: man kommt in eine Teufelsspirale, dadurch dass man Ausschreibungen verliert. Mit dem Ausgangspunkt, dass der Landkreis halt (rein von der Differenz Kosten - Fahrgeldeinnahmen) unwirtschaftlichen Taktverkehr verlangt und entsprechend ausgeschrieben werden soll.

Ich kann zu einem gewissen Grad Volz schon auch verstehen, im Landkreis Calw gibt es durchaus ein paar fahrplanerische Eigenarten in der Planung, ein wenig wurde das auch mal hier im Forum diskutiert. Bei der Ausschreibung der Linien im Bereich Bad Liebenzell (wo auch davor Volz unterwegs war, aber Eberhardt die Ausschreibung gewonnen hat) gab es da auch durchaus kritische Bieterfragen zur Fahrplangestaltung (bspw. wurden auf ALT-Strecken Fahrzeiten zwischen erster und letzter Haltestelle, die unterhalb der Google Maps-Dauer des direkten Weges, also ohne Unterstellung von Zwischenhalten, lagen, vorgegeben), mit dem Wissen, was man jetzt hat, könnten die durchaus von Volz gekommen sein. (Ist aber natürlich nur reine Spekulation.)
 
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