Der Oststadtkreisel soll umgebaut werden

Die Karlsruher Online-Prawda berichtet:

Bei der Straßenbahnstrecke mitten durch den Kreisel ist keine Änderung vorgesehen. Warum eigentlich nicht?
Eine teure Lösung wäre ein U-Sträble nach dem Vorbild der Durlacher Allee. Deutlich billiger wäre es, die Gleise etwa 50 Meter nördlich des Kreises neu zu verlegen. Dann müsste man eine einzige Straße vollständig kreuzen, nämlich die Wolfartsweierer Straße. Dann könnte man die Gleise vom Kreisel aus Richtung Westen bis zur Lohfeldstraße etwa 150 Meter auf der Nordseite der Ludwig-Erhard-Allee lassen und erst dann die nördliche Fahrspur queren, um in der Mitte weiterzugehen.
Eine kurzfristige Maßnahme wäre das Aufstellen von Verkehrsschildern: Beim Anblick von großen rollenden Gegenständen nicht auf das Gas-, sondern auf das Bremspedal treten. Vielleicht können unsere Stadträte und Bürokratniks eine entsprechende Vorschrift kreieren?
 
Es kracht auf der Kreuzung doch nicht wegen der Strab, da gehn ja die Ampeln auf Rot. Sondern weil die Menschen nicht blicken, dass es kein Kreisverkehr ist.
 
Ich hätte da ja eine ganz blöde Idee: Man könnte eine ganz normale Kreuzung bauen.
Zumindest war es nicht sehr helle, gerade an einer Stelle, an der eine Straßenbahnstrecke über die Kreuzung muss, einen Kreisel anzulegen.
Kreisel sind auch eher was für Kreuzungen, wo gleichberechtigte Straßen zusammenkommen. In einem normalen Kreisel hat stets der Verkehr im Kreisel Vorfahrt.
Würde man die Straßenbahn ein paar Meter nach unten oder nach Norden verlegen, könnte das Teil als richtiger Kreisel funktionieren. Natürlich abgesehen von Phasen für Fußgänger.
Aber eine stinknormale Kreuzung wäre sicher eine sehr gute Lösung.
 
Ich hätte da ja eine ganz blöde Idee: Man könnte eine ganz normale Kreuzung bauen.
Eine normale Kreuzung funktioniert an der Stelle nicht. Dafür ist die B10 als "Verkehrsader" gerade durch den neuen Karoline-Louise-Tunnel einfach zu stark, bzw die anderen Straßen zu schwach. Dann würde in der Südstadt/Oststadt in der Wolfartsweirer Straße und der Stuttgarter Straße der Verkehr regelmäßig zum erliegen kommen.

Interessant fände ich den Versuch wie in Swindon in Großbritannien einen "Magic Roundabout" zu bauen, das sind 5 Kreisverkehre in einem großen Kreisverkehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Magic_Roundabout_(Swindon)

 
Eine normale Kreuzung funktioniert an der Stelle nicht. Dafür ist die B10 als "Verkehrsader" gerade durch den neuen Karoline-Louise-Tunnel einfach zu stark, bzw die anderen Straßen zu schwach. Dann würde in der Südstadt/Oststadt in der Wolfartsweirer Straße und der Stuttgarter Straße der Verkehr regelmäßig zum erliegen kommen.
Ich bin kein MIV-Experte. Allgemein scheint es mir aber nicht unüblich, dass eine stark befahrene Verkehrsader (wie B10) von einer schwach Befahrenen (z.B. Oststadt - Stuttgarter Straße) gekreuzt wird.

Interessant fände ich den Versuch wie in Swindon in Großbritannien einen "Magic Roundabout" zu bauen, das sind 5 Kreisverkehre in einem großen Kreisverkehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Magic_Roundabout_(Swindon)

Da fehlt die Straßenbahn.
 
Eine normale Kreuzung funktioniert an der Stelle nicht.
Versteh ich jetzt nicht ganz. Wieso funktioniert da keine Kreuzung? Alle angrenzenden Knotenpunkte sind doch auch Kreuzungen. Die Stuttgarter Straße hat vielleicht mehr Verkehr als z.B die Kreuzung mit der Henriett-Obermüller-/Ostendstraße aber es gibt ja auch westlich des Tunnels die Kreuzung mit der Brauerstraße.
 
Auch wenn man die Straßenbahn schon immer im Hinterkopf gehabt haben mag und als Freihaltetrasse berücksichtigt hat, die Kreuzung wurde schon lange vor der Straßenbahn so gebaut (Eröffnung Kreuzung 1998, Eröffnung Straßenbahn 2012). Und die Sache war ja, dass das Ding ursprünglich als Ampelkreuzung geplant, aber die Ampelschaltung dann viel weniger leistungsfähig als erhofft gewesen war. Und zwar offenbar so katastrophal, dass man schlussendlich aufgegeben, und die Ampeln dauerhaft abgeschaltet hat. (Im Detail weiß ich die Geschichte auch nicht mehr, müsste man wohl in alten Zeitungsartikeln nachforschen.) Das Leistungsfähigkeitsproblem hat man dadurch gelöst, hat aber seitdem die Probleme mit der Verkehrssicherheit am Hals…
 
Ich bin kein MIV-Experte. Allgemein scheint es mir aber nicht unüblich, dass eine stark befahrene Verkehrsader (wie B10) von einer schwach Befahrenen (z.B. Oststadt - Stuttgarter Straße) gekreuzt wird.
Ich bin erschüttert! Ein Weltbild bricht zusammen 😭

Aber mal im Ernst. Wollen wir, dass mehr LKW durch die Oststadt zum Kreisel brettern?
Eine begrenzte Kapazität hat den Vorteil, dass es sich viele überlegen, da per PKW entlangzufahren.
Es sollte die Anzahl derer, die da fahren müssen, reduzieren.
In den Straßenbahnen der Linie 5 ist in der Regel noch reichlich Platz.
 
Aber mal im Ernst. Wollen wir, dass mehr LKW durch die Oststadt zum Kreisel brettern?
Ich sehe gerade die Gefahr nicht, dass hier merkbar mehr LKW-Verkehr erzeugt wird.

Eine begrenzte Kapazität hat den Vorteil, dass es sich viele überlegen, da per PKW entlangzufahren.
Es sollte die Anzahl derer, die da fahren müssen, reduzieren.
Ich habe jetzt eher weniger begrüßenswerte Alternativrouten wie Oststadt - Tivoli/Hbf via. Rüppurrer Tor/Str. auf dem Schirm. Gerade während der Bauarbeiten in der Rüppurrer auch vermehrt Schleichverkehr durch Südstadt.

In den Straßenbahnen der Linie 5 ist in der Regel noch reichlich Platz.
Die Südostbahn sehe ich ja eher als Statement gegen den ÖPNV seitens der Planer. Schlechte Erschließungswirkung und auch bei Verbindungen via. Südostbahn selten nennenswerte Fahrzeitvorteile. Vielleicht verirrt sich teils doch mal Wer aus dem schlechter als Bretten angebundenen Wohngebiet an eine Haltestelle der Südostbahn. Die Oststädter werden vermutlich zu großen Teilen doch lieber die Haltestellen in der Durlacher Allee ansteuern.
 
Ich bin kein MIV-Experte. Allgemein scheint es mir aber nicht unüblich, dass eine stark befahrene Verkehrsader (wie B10) von einer schwach Befahrenen (z.B. Oststadt - Stuttgarter Straße) gekreuzt wird.
Die Geometrie entscheidet nicht alleine, ob der Knotenpunkt als Kreuzung funktioniert - der wichtigere Faktor sind die abzubildenden Fahrbeziehungen.
Und betreffend Geometrie ist es unüblich, dass eine der beiden kreuzenden Straßen im Bereich der Kreuzung eine Richtungsänderung von ca 45° macht. Der übliche Fall ist, dass sich zwei gerade Straßen (in einem Winkel von näherungsweise 90°) kreuzen.

Kurz gesagt: die Kombination aus Geometrie und Verkehrsströmen macht das Ganze spannend.

Es könnte als Kreuzung deutlich besser funktionieren, wenn man die B10 kerzengerade über den Oststadtkreisel geführt hätte (also durch den Otto-Dullenkopf-Park) und abgekröpft in den Ostring einmünden lassen würde - dann wäre aber die Weiterführung zur Südtangente ein ordentlicher Zickzack...

Und die Sache war ja, dass das Ding ursprünglich als Ampelkreuzung geplant, aber die Ampelschaltung dann viel weniger leistungsfähig als erhofft gewesen war. Und zwar offenbar so katastrophal, dass man schlussendlich aufgegeben, und die Ampeln dauerhaft abgeschaltet hat.
Das Problem für die Ampel war vor allem die Geometrie als "Kreuzung mit kreisförmiger Fahrbahn". Die hat für eine lange "Reaktionszeit" des Systems gesorgt - wenn eine Zuflussampel auf rot geht, dauert es doch ein bisschen länger, bis die nächste (oder gar übernächste) Zufahrt tatsächlich vollständig frei ist. Mit Standardwerten kann man da nicht rechnen, Erfahrungswerte für ampelgeregelte Kreuzungen mit kreisförmiger Fahrbahn waren und sind sehr rar gesät :cool: - und die Annahmen aus der Planung haben dann nicht so ganz zur Realität gepasst.
 
… und Mikrosimulationen waren damals wohl auch noch nicht ganz so weit verbreitet, auch wenn z.B. VISSIM 1993 glaube ich in der ersten Version erschien.

Die hat für eine lange "Reaktionszeit" des Systems gesorgt - wenn eine Zuflussampel auf rot geht, dauert es doch ein bisschen länger, bis die nächste (oder gar übernächste) Zufahrt tatsächlich vollständig frei ist.
Oder auch bei den Linksabbiegern – hält man sie vor der Kreuzung auf, hat man wie du sagst sehr lange Reaktionszeiten, hält man sie im Kreuzungsbereich auf, reichen die Rückstaulängen im Kreisel eventuell nicht aus.
 
Und betreffend Geometrie ist es unüblich, dass eine der beiden kreuzenden Straßen im Bereich der Kreuzung eine Richtungsänderung von ca 45° macht. Der übliche Fall ist, dass sich zwei gerade Straßen (in einem Winkel von näherungsweise 90°) kreuzen.
Warum nicht 90° -Kreuzung und dann Richtungsänderung?
 

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Kurz gesagt: die Kombination aus Geometrie und Verkehrsströmen macht das Ganze spannend.
Och, die nächsten ungewöhnlichen Kreuzungen sind/waren gar nicht sooo weit weg ...
WIndschief mit abknickender Hauptlast ist ja auch Durlacher Ecke Ostring und das Durlacher Tor war im Prinzip lange Zeit auch eine Art ampelgeregelter Kreisverkehr mit einem Bypass für glaub nur eine Beziehung, der Rest kreiselte ...

Erfahrungswerte für ampelgeregelte Kreuzungen mit kreisförmiger Fahrbahn waren und sind sehr rar gesät :cool:
Meiner dunklen Erinnerung nach hatte die Politik eigentlich keine Zeit gelassen, DORT welche zu sammeln, die Ampeln wurden auf Druck hin glaub sehr schnell wieder abgeschaltet ...
 
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